Nicht nur im Lockdown wichtig: Wohnung kindersicher machen

Gerade wenn wir Lockdown-bedingt viel Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen, muss die Wohnung für die Kleinen wirklich kindersicher sein. Andrea Sauschlager, Leiterin des Eltern-Kind-Zentrums Spillheide, gibt Tipps.

Andrea Sauschlager, Leiterin des Eltern-Kind-Zentrums Spillheide

Viele Kleinkinder werden nach wie vor vermehrt zuhause anstatt in Krabbelstuben oder Kindergärten betreut. Daneben sind oft noch schulpflichtige Geschwister beim sogenannten „Homeschooling“ zu unterstützen. Umso wichtiger ist es, dass die eigenen vier Wände auch wirklich kindersicher sind. Andrea Sauschlager, Leiterin des Eltern-Kind-Zentrums Spillheide, hat viele Tipps für Eltern parat.

„Ich als Pädagogin bin überzeugt davon, dass die Kinder selbst unter Anleitung durch die Eltern vieles schnell lernen können. Doch die Sondersituation der Coronakrise mit Homeoffice und Co erfordert vermutlich die eine oder andere Sicherheitsmaßnahme mehr, damit im Alltag mit den Kleinen nichts passiert“, sagt Andrea Sauschlager, Leiterin des Eltern-Kind-Zentrums Spillheide. Die Mehrfachbelastung für Eltern während der aktuellen Gesundheitskrise ist enorm. Sind Eltern von Kleinkindern vielleicht noch zusätzlich mit Homeoffice oder Homeschooling beschäftigt, ist es besonders wichtig, ein gutes Umfeld für die Kleinsten zu schaffen. Wer seine Wohnung jetzt „kindersicher“ macht, erspart sich langfristig viel Stress und dauerndes „Nein“-Sagen. Eltern von Babys oder Kleinkindern sollten sich daher bewusst Zeit nehmen und überlegen, wo sich in der Wohnung oder im Garten ernsthafte Gefahrenquellen befinden könnten. Dabei sollte man versuchen, sich in die kindliche Perspektive hineinzuversetzen: Der Aktionsradius beschränkt sich bei kleineren Kindern zuerst auf den unteren Bereich. Allerdings ändert sich das rascher als einem meist lieb ist: Sehr schnell lernen die Kleinen sich hochzuziehen oder auf Stühle zu klettern und schon sind alle möglichen Schränke und Laden in Greifnähe. „Achten Sie besonders auf die Sicherung der Türen. Erst kürzlich hat mir eine Mutter berichtet, dass ihr Kleinkind plötzlich die Haustüre öffnen konnte und im Stiegenhaus stand“, erzählt Sauschlager.

Medikamente, Putzmittel, Spültabs & Co sicher verwahren!

Viele von uns hat im Lockdown das Ausmist-, Verschönerungs- oder Putzfieber gepackt. „Schöner Wohnen“ ist sicher nie verkehrt.„Achten Sie jedoch unbedingt darauf, dass Putzmittel, Waschpulver, Spültabs oder Medikamente stets unerreichbar für Kinder aufbewahrt werden. Dasselbe gilt für kritische Lebensmittel wie zum Beispiel Essig“, so Sauschlager. Schubladen können verschlossen werden. Dafür gibt es eigene Kindersicherungen oder Sie nutzen dafür – so wie einst Oma schon – einfach ein Gummiband. „Eine unsichtbare Gefahr sind auch Kabel von elektronischen Gegenständen, die lose herunterhängen. Es kann schnell gehen, dass ein Kind daran anzieht und schon ist ein Malheur passiert“, weiß die Pädagogin. Kontrollieren Sie auch spitze Ecken, auf welche die Kleinen beim Laufen lernen fallen könnten. Sie können die Ecken mit einem Kantenschutz sichern oder abkleben. Zerbrechliche Gegenstände sollten Sie stets weit oben verstauen oder in verschließbaren Schränken lagern. Natürlich brauchen die Kinder auch eine Beschäftigung: Da sie dennoch einiges erforschen wollen und auch sollen, empfiehlt es sich, eine Lade zum Ausräumen (z.B. mit Deckeln, Kochlöffeln oder Plastiktöpfen) bewusst offen zu lassen. Bei der Auswahl der Gegenstände sollten Sie aber darauf achten, dass keine verschluckbaren Kleinteile dabei sind. „Alles, was verboten ist, ist natürlich auch interessant. Wenn die Kleinen in der Küche einen eigenen Kochbereich haben und ein wenig mithelfen dürfen, sind sie auch während des Kochens beschäftigt“, rät Sauschlager. 

Vorsicht bei Kaminen, Treppen & Co

Gerade im Winter ist ein offener Kamin während der gemeinsamen Familien-Kuschelzeit eine echte Wohltat. Sind die Kinder jedoch schon mobil, sollte bei Kaminen ebenso wie bei Treppen und Balkonen ein Schutzgitter angebracht werden. Versperrbare Fenster sind ebenfalls eine sinnvolle Investition – das Tauschen der Griffe ist in der Regel schnell und einfach erledigt. Spätestens in dem Alter, wo die Kleinen zu robben oder krabbeln beginnen, sollten alle Steckdosen in der Wohnung mit Sicherungen versehen werden. „Bei uns im Eltern-Kind-Zentrum wurden auch die Wasserhähne mit einer Temperaturregelung versehen, damit sich Kinder nicht verbrühen können. Besondere Vorsicht gilt natürlich auch beim Kochen von Teewasser und Co“, empfiehlt die Leiterin des Leondinger Eltern-Kind-Zentrums Spillheide. Wer Pflanzen in der Wohnung hat, sollte sich erkundigen, ob es sich dabei auch um keine giftigen Arten handelt. Dort, wo die Kinder alleine spielen, dürfen sich keine verschluckbaren Kleinteile befinden. Es lohnt sich, die älteren Geschwister ebenso wie die Kleinkinder selbst möglichst rasch über die alltäglichen Gefahren aufzuklären. „Kinder lernen in der Regel schnell: Erste Handgriffe mit dem Messer, Gemüse schälen, mit der Schere schneiden oder rückwärts aus dem Bett krabbeln – vieles können die Eltern mit den Kindern gemeinsam üben. So werden die Kleinsten von Anfang an für die Gefahren des Alltags sensibilisiert, ohne davor Angst zu haben“, rät die Pädagogin allen Eltern, den Kindern auch etwas Selbständigkeit zuzutrauen. 
 

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