Gelebte Tradition in Leonding: Palmbuschenbinden

Am Palmsonntag werden in unseren Leondinger Pfarren traditionell die kunterbunten Palmbuschen geweiht. Sie sind ein Zeichen des Lebens. Jahr für Jahr binden zahlreiche ehrenamtliche Leondingerinnen und Leondinger hunderte von Palmbuschen, um diese schöne Tradition zu erhalten. Eine von ihnen ist Hermine Schmitzberger, die uns ihre besten Tipps zum Selberbinden verraten hat.

Palmen wurden bereits im Altertum als heilige Bäume verehrt. Da sie bei uns nicht heimisch sind, werden in unserer Region die Palmzweige traditionell durch Palmkätzchen, Buchsbaum, Weiden (die heilkräftigen Pflanzen der Römer) und weitere Zweige ersetzt. In der Mitte befindet sich ein Haselnussstock, um den – gemäß einer alten Bauernweisheit – folgende sechs Zweige mit einer Weide (Widl) umwickelt eingebunden werden sollten (die ursprünglich siebte Pflanze Seidelbast ist eine geschützt und darf nicht verwendet werden):

  • Palmkätzchen, hasernle Schiss (Haselnusstriebe)
  • Wintagrean (Efeu mit Früchten = schwarze Beeren)
  • Eibischgrassert (Eibe)
  • Segnbam (Zeder)
  • Kranawetten (Wacholder)
  • Schradler (Stechpalme)
  • Hoadara (Erika)

Leondingerinnen und Leondinger lieben ihr Brauchtum

Wenn Sie in den letzten Wochen jemanden im Wald oder im Grünschnitt herumklettern gesehen haben, war das vielleicht eine oder einer der vielen tüchtigen Palmbuschenbinderinnen bzw. Palmbuschenbinder Leondings. Hermine Schmitzberger bindet seit vielen Jahren gemeinsam mit weiteren Ehrenamtlichen für die Pfarre Hart jährlich mehr als 400 Palmbuschen. Diese werden dann am Vortag oder am Palmsonntag für einen kleinen Unkostenbeitrag verkauft – der gesamte Erlös wird an den Sozialfond der Pfarre Hart gespendet. „Die Leondingerinnen und Leondinger lieben dieses Brauchtum. Ich werde schon Wochen vorher gefragt, ob es auch heuer wieder die selbstgebundenen Palmbuschen geben wird. Es ist für mich immer wieder eine Bereicherung zu sehen, wie die Kinder mit Leuchten in den Augen stolz ihre Palmbuschen tragen und auch die älteren Menschen und Bewohnerinnen und Bewohner des Altersheims eine Freude daran haben“, freut sich Hermine Schmitzberger über das gelebte Brauchtum in unserer schönen Stadtgemeinde.

Beim Selberbinden darf man ruhig kreativ sein

Natürlich kann sich auch jeder seinen Palmbuschen selbst gestalten. „Die Palmkätzchen sollte man schon Anfang März sammeln. Die Palmbuschen kann man eine Woche vor Palmsonntag schon binden, wenn man sie kühl und trocken lagert“, empfiehlt die Expertin. Am wichtigsten ist der Haselnussstock, der den Palmbuschen trägt. „Ich empfehle, einen rund 20-30 cm langen Stecken zu suchen. Man findet ihn im Wald oder im Garten. Bei den restlichen Zweigen ist Kreativität gefragt. Am besten, man spaziert eine Runde durch den Wald und schaut, was man findet: Etwas längere Haselnusszweige, die grünen Zweige des Wachholders, Efeu, Eibe oder auch Buchsbaum – sofern man den noch bekommt, der wurde ja in unserer Region leider durch den Zünsler nahezu ausgerottet“, erklärt Frau Schmitzberger. Ein Rat an alle, die gemeinsam mit ihren Kindern binden: „Bitte passen Sie beim Umgang mit der Eibe auf – die ist giftig – hier sind Vorsicht und gutes Händewaschen gefragt. Auch die Stechpalme würde ich beim Basteln mit Kindern nicht verwenden, da sie – wie der Name schon sagt – sticht.“

Kunterbunt, individuell und wunderschön

Sobald man alle Zweige zusammengesucht und in einer einheitlichen Länge abgeschnitten hat, werden sie mit Bindedraht rund um den Haselnussstecken gewickelt. Im Anschluss werden bunte Bänder in verschiedenen Farben – zumeist eines in Lila, da diese Farbe für die Fastenzeit steht – auf den Palmbuschen gebunden. Auch ein Apfel oder ein ausgeblasenes, gefärbtes Osterei können ihn zieren. Wir alle freuen uns jetzt schon wieder, wenn die bunten Palmbuschen unsere schöne Stadtgemeinde zum Leuchten bringen. Für Hermine Schmitzberger sind die Palmbuschen nicht nur ein Brauch, sondern ein Symbol für den Zusammenhalt in Leonding: „Feste wie diese zeigen die gute Gemeinschaft, die wir hier und in der Pfarre Hart, bei der wirklich alle zusammenhelfen, haben. Neben zentralen Lage und dem vielen Grün ist dies ein wichtiger Grund, der es so schön macht, in Leonding zu leben.“

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