In Leonding erklingen die Schalmeien!

Neben Krapfen, kreativen Kostümen und bunter Dekoration ist die Faschingszeit auch die Zeit der Schalmeien. Was dieses Instrument genau ist und was es kann, weiß die begeisterte Schalmeien-Spielerin Elvira Weissengruber.

Foto: Elvira Weissengruber

Leonding beherbergt den einzigen Schalmeienzug Österreichs östlich von Vorarlberg. Entstanden ist diese Gruppierung 2002 nach einem Auftritt beim Hofball der Faschingsgilde EI-LI-SCHO. Mittlerweile zählen die Leondinger Schalmeien 20 aktive Musikerinnen und Musiker plus einige unterstützende Mitglieder. Seit 2010 ist auch Weissengruber mit von der Partie. Bereits im Gitarrenunterricht in der Musikhauptschule sowie im späteren Beruf der Kindergartenpädagogin kam sie immer mit Musik in Kontakt. Mit der Begeisterung für die Schalmeien steckte sie sich bei einem Auftritt an. „Danach wollte ich mir das genauer anschauen. Ich war bei ein oder zwei Proben dabei und schon war ich Mitglied“, erzählt die Leondingerin und weiter, „Einige der Spielerinnen und Spieler kenne ich noch aus meiner Schulzeit, andere von der Feuerwehr meines Mannes und andere einfach so. Das ergibt einen wunderbaren Mix aus ganz vielen Menschen, die eines wollen – gemeinsam mit Spaß musizieren!“ Ein Schalmeienzug besteht zumeist aus einigen Trommeln sowie Bariton-, Alt-, Sopran- und Akkord-Schalmeien. Die Leondinger Musikerinnen und Musiker erkennt man nicht nur an den besonderen Instrumenten, sondern auch an der einheitlichen Kleidung. „Vor einigen Jahren haben wir ein neues Gewand, unseren Havelock und Gilet vom Loden Landl und unseren Ruflinger Schottenrock, den ein Mitglied selbst genäht hat, bekommen. Da macht das Spielen gleich noch mehr Freude“, so Weissengruber. Doch was sind eigentlich Schalmeien?

Die Schalmeien

Dieses Musikinstrument entstand Anfang des 20. Jahrhunderts und wurde auch Martinstrompete genannt. Ursprünglich diente die Schalmei als Signalinstrument, da es in der einfachsten Bauweise nur aus einer Hupe bestand. Die Martinstrompete als Musikinstrument gibt es hingegen mit fünf bis 16 gebündelten Hupen, die durch ein Ventilsystem unterschiedliche Töne erzeugen können. Damals gründeten viele Turn- und Radvereine oder Feuerwehren sogenannte Martinskapellen. Heute sind Schalmeienkapellen hauptsächlich in Deutschland, Vorarlberg und natürlich in Leonding zu finden, wo in der Faschingszeit Feste und Umzüge umrahmt werden. Die Stilrichtung ist dabei sehr vielfältig. Weissengruber nennt uns einige stimmungsvolle Stücke aus ihrem Repertoire: „Wir spielen sowohl alte als auch neue Lieder mit Wiedererkennungswert, bei denen mitgesungen werden kann. Beispielsweise haben wir Hits wie Hulapalu, Fürstenfeld, Atemlos, The Lion Sleeps Tonight, Viva Colonia, ein Kompliment und noch viele mehr im Angebot!“ Vor Corona hat der Verein einmal pro Woche für die Auftritte in der Faschingssaison geprobt. Dazwischen fanden immer wieder Gigs bei Geburtstagen, Hochzeiten oder Überraschungsständchen statt. „Ich spiele Sopran und bin daher hauptsächlich für die Melodie zuständig. Dieses Instrument kann nur eine Oktave spielen, weshalb unsere Lieder extra von einem Spezialisten aus Deutschland geschrieben werden müssen. An sich ist es ein leichtes Instrument, man braucht lediglich viel Luft, schnelle Finger, Rhythmusgefühl und Freude am Spielen!“

Interesse?

Der Leondinger Schalmeienzug freut sich stets über neue Gesichter. Interessierte dürfen sich gerne bei den musikalischen Leitern, Christoph Schopf unter +43 664 300 15 30 oder bei Michael Eder unter +43 664 913 40 80 melden!

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