Sandra Grünberger und ihr grüner Lada

Vom 22. Juni bis 26. August, also 66 Tage lang war Sandra Grünberger letztes Jahr mit ihrem grünen Lada entlang der österreichischen Grenze unterwegs. Beim von ihr benannten „Grenzladern“ bot sie ihre Kreativität gegen Kost und Logis an. Welche spannenden Abenteuer sie erlebte und vor welchen Herausforderungen sie stand, erzählt uns die Kopf-Herz-Hand-Werkerin im Gespräch.

Fotos: Sandra Grünberger

Wie würden Sie sich selbst und Ihren Lada beschreiben?

Hauptberuflich bin ich als Kunsterzieherin und Ethik-Lehrerin tätig. Selbst würde ich mich als perfektionistisch und optimistisch beschreiben. Außerdem habe ich zu meinem grünen Lada einige Ähnlichkeiten. Wir sind auffällig, genügsam, robust und simpel in der Wartung (bei hohem Spritverbrauch), unverwüstlich, verlässlich und immer voll motiviert.

Wie kommt man auf die Idee durch ganz Österreich zu touren?

Ich hatte die Möglichkeit im Rahmen eines Sabbaticals vier Jahre lang auf ein Freijahr zu sparen. Anfangs hatte ich noch keine Ahnung, was ich anstellen könnte. „Künstlerisch tätig sein und reisen“, war meine Standardantwort. Die Idee mit dem Grenzladern entwickelte sich erst nach und nach.

Wie bereitet man sich auf so eine Tour vor?

Zunächst dachte ich, ich müsse die gesamte Strecke Tag für Tag durchplanen. Ich habe tatsächlich mehrere Tage mit dem Finger auf der Landkarte verbracht und versucht, einen Reiseplan zu erstellen, welcher theoretisch sogar noch existiert. Praktisch habe ich ihn nach Fertigstellung verworfen und mich auf mein Naturell besonnen. Dieser Moment war auch die Geburtsstunde vom Reisemotto: PLANLOS - OUT OF THE BOX - GRENZLADERN.

Da ich mich normalerweise beim Reisen gerne auf andere verlasse und ich für meinen nicht vorhandenen Orientierungsinn bekannt bin, musste ich mich beim Grenzladern in einem neuen Lernfeld üben. Da ich ganz alleine unterwegs war, habe ich mich kompromisslos auf meine eigenen Sinne einlassen dürfen und vermutlich hätte ich sehr viele meiner Erlebnisse und Bekanntschaften nicht so erlebt, wenn ich in Begleitung gewesen wäre.

Vor welche Herausforderungen wurden Sie gestellt?

Im Vorfeld war es für mich schwierig, die Reise „Sandra-authentisch“ zu planen. Jeder in meinem Umfeld hatte seine eigenen Ideen, Vorschläge und Verbesserungstipps. Das fing schon bei dem Thema „mit oder gegen den Uhrzeigersinn starten“ an und endete beim Thema: „Anzahl mitgeführter Unterhosen“. Zunächst war ich für jeden Tipp dankbar, merkte aber rasch, dass mich die gutgemeinten Ratschläge tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes „erschlagen“ haben. Erst als ich mich wieder auf mein Reisemotto konzentrierte, meine eigenen Grenzen wahrte und „planlos“ zugelassen habe, sah ich mich den Herausforderungen gewachsen.

Während der Reise war die Hitze im Lada wirklich herausfordernd. Ohne Klimaanlage und ohne funktionstüchtiges Gebläse hatte ich nicht selten saunaähnliche Zustände im Auto.

Welche künstlerischen Projekte haben Sie auf der Reise umgesetzt?

Da der Lada mein vollausgerüstetes Atelier war, hatte ich unzählige Möglichkeiten, mich kreativ auszutoben. Von der Nähmaschine über Spinnrad, Handspindel bis hin zum eigenen Fotolabor hatte ich alles dabei. Das Spinnrad zog die meiste Aufmerksamkeit auf sich. Gerade Kinder waren fasziniert von der Schafwolle und dem Rad. Nicht selten zog meine Spinnerei eine Schar von Wissbegierigen an, so gab es mehrmals kleine spontane Spinnkurse. Die Vorstellung, dass sich manche Kinder nun lieber ein Spinnrad anstelle einer Playstation wünschen, gefällt mir sehr!

Generell habe ich es mir auf dieser Reise zum persönlichen Ziel erklärt, altes, traditionelles Handwerk ins Land zu ladern und schmackhaft vorzustellen. So auch mit der Cyanotypie, eine der historisch ältesten fotografischen Technik, die intensiv blaue Bilder liefert. Während ich selbst ein ganzes Wochenende verwöhnt wurde, meine Wäsche waschen durfte und mir die Gegend rundherum gezeigt wurde, erstellten meine Gastgeberinnen und Gastgeber unter meiner Anleitung wirklich tolle Cyanotypien. Lauter kleine blaue Wunder!

Welche positiven Erfahrungen durften Sie auf Ihrer Reise sammeln?

Durch meine Reise konnte ich Selbstverantwortung und Selbstwirksamkeit leben, Verantwortung abgeben und vertrauen. Ich habe gelernt, Vorurteile abzulegen und zu entkräften. So richtig erstaunt und erfreut war ich über die Hilfsbereitschaft der Menschen. Wildfremde boten mir einen Schlafplatz an, obwohl sie bereits früh morgens weg mussten und ich ganz alleine in ihrem Zuhause war.

Die witzigste Situation erlebte ich auf der Silvretta-Hochalpenstraße, als ich bergauf von Radfahrern, die mir „Hop! Hop! Hop!“ zuriefen, überholt wurde. Am spannendsten war definitiv die Bekanntschaft mit Erich in Vorarlberg. Er lebt seit Jahren in einer Höhle und hat telepathische Fähigkeiten, die er mir auf beeindruckende Art und Weise vorführte.

Zu erwähnen wäre hier auch noch mein echtes Glück! Auf der gesamten Strecke von etwa 3.000 km hatte ich nur eine einzige nennenswerte Panne. Stichwort Bremszylinder. Eine auf Lada spezialisierte Werkstatt war in Sichtweite und hatte das russische Ersatzteil sogar lagernd. Eine Stunde später war ich schon wieder unterwegs.

Was machte beim Grenzladern am meisten Spaß?

Nach dem Frühstück in meinen Lada zu steigen und nicht zu wissen, was der Tag so bringt, war das schönste an meiner Reise. Manchmal hatte ich keine 20 km bis zum nächsten Etappenziel und trotzdem kam ich erst am späten Abend an. Oft, weil ich mich verfahren hatte und so hilfsbereite Menschen kennengelernt habe, oder zauberhaft idyllische Plätze entdecken durfte.

„Grenzenlos glücklich – absolut furchtlos – immer in Schwierigkeiten“, so das Motto der Künstlerin. Nähere Informationen zum Grenzladern und zu den Projekten der Leondingerin finden Sie unter: https://kopfherzhandwerkerin.wordpress.com/

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