Leonding in alten Ansichten

Der Erinnerung an die Vergangenheit unserer schönen Stadtgemeinde hat sich der Leondinger Jurist und Fotograf Richard Haidinger verschrieben und die Facebookgruppe „Leonding in alten Ansichten“ gegründet.

Foto: Gstöttenmayer – Blick auf Leonding von der Haltestelle aus 1937
Foto: Denkmayr – Glockenweihe 1961
Foto: Haidinger – Federballspielen am Bahnweg 1950er
Foto: Mayr Imberg – Schneiderbauer Rufling 31, erstes Auto 1934
Foto: Richard Haidinger, Gründer der FB-Gruppe "Leonding in alten Ansichten"

Die Geschichte erfüllt ein grundlegendes Bedürfnis der Menschen – sie erzählt uns, woher wir kommen und wer wir sind, lehrt uns etwas über die Welt, in der wir leben und wie diese entstanden ist. Und mehr noch – sie gibt Aufschluss über den Wandel der Zeit. Ähnlich sieht das auch der Leondinger Jurist und Fotograf Richard Haidinger: „Ich denke, dass es wichtig ist, seine Wurzeln kennen zu lernen und zu erforschen, denn erst dann und nur dann wird man sich selbst (er)kennen und finden können. Was wären wir ohne Geschichte? Die Geschichte ist die Basis und das Fundament für unsere Gegenwart und natürlich auch für unsere Zukunft. Auch hier in Leonding liegen Vergangenheit und Zukunft nahe beisammen und bedingen sich gegenseitig.“ Fasziniert vom Wandel Leondings in der Zeit bzw. der Geschichte unserer schönen Stadtgemeinde hat Haidinger die Facebookgruppe „Leonding in alten Ansichten“ als Erinnerungsplattform ins Leben gerufen.

Leonding in alten Ansichten

Die Idee zu „Leonding in alten Ansichten“ kam ihm im Laufe seiner eigenen Ahnenforschung – Haidingers Familie lebt bereits seit über 100 Jahren in Leonding. Dabei musste er immer wieder die (traurige) Erfahrung machen: Meist werden alte Fotos früher oder später weggeworfen, da Menschen Jahre oder sogar Generationen später keinen Bezug mehr dazu haben, wer oder was auf den Aufnahmen zu sehen ist.

Um dem Verlust dieser wertvollen Erinnerungsstücke entgegenzuwirken, hat der geschichtsbegeisterte Haidinger mit viel Liebe zum Detail „Leonding in alten Ansichten“ gegründet. Damit bietet er interessierten Leondingerinnen und Leondingern eine Plattform, um alte Fotos, Negative, Dias und Ansichtskarten ihrer Heimatstadt mit der Community zu teilen, die mittlerweile über 3.000 Userinnen und User zählt. Dabei verfolgt Haidinger mit „Leonding in alten Ansichten“ weder geschäftliche Interessen, noch soll politischen Diskussionen Raum geboten werden. Es geht vielmehr darum, sich die Geschichte der mittlerweile viertgrößten Stadt Oberösterreichs gemeinsam in Erinnerung zu rufen und nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Fast täglich werden Fotos gepostet und so umfasst das Archiv mittlerweile fast 1.000 alte Ansichten von Leonding.

Aller Anfang ist oft schwer

Doch das war nicht von Beginn an so, sondern ist Haidingers großer Eigeninitiative und Begeisterung für das Projekt zu danken. „Anfangs war es zugegebener Maßen echt schwierig“, erklärt Haidinger. „Da habe ich notgedrungen auf viele meiner eigenen Fotos zurückgreifen müssen. Doch nach und nach, auch dank einiger wirklich treuer Fans der Seite, wuchs das Archiv an. Das Wichtigste ist hier aber sicherlich das Vertrauen der Menschen zu gewinnen. Wenn sich Fotospenderinnen und Fotospender sicher sein können, dass sie ihre Schätze unversehrt zurückbekommen und das auch schon von anderen erfahren haben, dann hat man eine große Hürde geschafft. Und so gelingt es mir nun immer öfter an neue fotografische Schätze der Geschichte Leondings zu gelangen.“

Fotos aus alten Zeiten – vor der Generation Smartphone

Heute sehen wir es fast schon als selbstverständlich an, mit Smartphone und Co immer und überall Erinnerungsfotos schießen zu können. Allzu schnell gerät in Vergessenheit, dass das nicht immer so einfach war. Daher findet Haidinger, selbst leidenschaftlicher Fotograf, die alten und äußerst raren Aufnahmen Leondings vor den 1930er Jahren besonders faszinierend: „Die Fotografie war vor den 1930er Jahren wirklich sehr, sehr teuer und ein kleiner Luxus. Das konnten sich nur die Wenigsten leisten und kaum jemand konnte eine Kamera sein Eigen nennen. Wollte man ein Foto von seinem Haus oder Hof haben, musste man sich extra eine Fotografin oder einen Fotografen kommen lassen. Und da Leonding damals keine eigene niedergelassene Fotografin und keinen Fotografen hatte, sind diese Fotos auch besonders selten – tauchen zu meiner großen Freude aber trotzdem ab und an auf.“

Besonders begeistert ist Haidinger, wenn alte Fotoplatten bzw. Glasplatten-Negative und alte Rollfilme aus Zeiten auftauchen, lange bevor sich die Kleinbildfotografie etabliert hat: „Wenn jemand solche Negative besitzen sollte, wäre ich sehr, sehr dankbar diese digitalisieren zu dürfen!“ Aufnahmen von einstmals ansässigen Nahversorgern, alten Ortsansichten, Höfen, Gebäuden, Handwerksbetrieben und Unternehmen, alte Alltags- und Familienfotos sowie Ansichtskarten und jegliche andere Erinnerungsstücke aus der Vergangenheit unserer schönen Stadtgemeinde können in  der Facebookgruppe „Leonding in alten Ansichten“ gerne mit den Bewohnerinnen und Bewohnern geteilt werden.

Dabei betont Haidinger, dass beim Sammeln der Fotos häufig nicht nur er selbst bzw. die Community profitiert, sondern auch deren Besitzerinnen und Besitzer, denn alte Bildträger können heutzutage die Allerwenigsten überhaupt noch digital „entwickeln“. „Ich hatte beispielsweise das Glück eine ganze Kiste mit mehr als hundert sehr alten Glasplatten-Negativen der 1930er Jahre aus dem Privatbesitz vom Schloss Rufling digitalisieren zu dürfen. Hier lohnt sich die ‚Arbeit‘ nicht nur für mich (weil ich die Fotos verwenden darf), sondern auch für die Besitzerinnen und Besitzer, die ihre bildlichen Erinnerungen anno dazumal zusätzlich auf einem USB-Stick erhalten“, erklärt Haidinger.

Wie geschichtsbegeistert sind die Leondingerinnen und Leondinger?

Zu guter Letzt bleibt nur noch zu fragen, wie geschichtsbegeistert die Leondingerinnen und Leondinger eigentlich sind? „Aus meiner Erfahrung reicht die Geschichtsbegeisterung der Leondingerinnen und Leondinger, was Fotos betrifft, vor allem bis an ihre eigene Erinnerungsgrenze zurück“, weiß Haidinger zu berichten. „Am meisten geliked und kommentiert werden hier Fotos aus Zeiten, an die man sich selbst noch erinnern kann! Das können – je nach Alter der Userinnen und User – Fotos aus den 1960er bis 1990er Jahren sein. Bei manchen reicht die Erinnerung sogar bis in die 50er und 40er Jahre zurück und hier ist für mich natürlich der Informationsgehalt der Kommentare besonders wichtig, denn hier erfahre ich teilweise Dinge, die ich selbst gar nicht mehr wissen kann.“ Besonders interessiert sind die Leondingerinnen und Leondinger auch an Aufnahmen von Plätzen und Gegenden, die jeder kennt oder an denen sich besonders viel ereignet hat. In der Facebookgruppe „Leonding in alten Ansichten“ bleiben all die wertvollen Erinnerungen aus der Vergangenheit unserer schönen Stadtgemeinde erhalten und geraten nicht in Vergessenheit! 

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