Eva Grübl: Erfolgsautorin aus Leonding

Eva Grübl ist Leondingerin und Autorin aus Leidenschaft. Im Oktober wurde ihr historischer Roman „Botschafterin des Friedens“ mit dem HOMER Literaturpreis ausgezeichnet.

Bild: Juliana Tasler-Ragler

Seit 2014 werden beim renommierten HOMER Literaturpreis jedes Jahr die besten historischen Romane im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand dieses Jahr in festlichem Rahmen in Ingolstadt statt und endete mit einem besonderen, österreichischen Sieg – alle Plätze des diesjährigen HOMER Preises gingen an österreichische Autor:innen. Darunter auch die Leondingerin Eva Grübl, die den bronzenen HOMER für ihren historischen Roman „Botschafterin des Friedens“ erhalten hat. Im Interview erzählt sie über ihre Leidenschaft fürs Schreiben, woher sie ihre Ideen nimmt und warum sie so gerne in Leonding lebt.

Eva Grübl im Interview:

Sie sind im Oktober für Ihren historischen Roman „Botschafterin des Friedens“ mit dem Homer-Literaturpreis ausgezeichnet worden: Möchten Sie uns ein wenig über Ihr Werk erzählen?

„Botschafterin des Friedens“ ist eine Romanbiographie über Bertha von Suttner. Der Piper-Verlag trat an mich heran mit der Bitte einen Roman über eine bedeutende Frau zu schreiben. Mir als Österreicherin kam schnell Bertha von Suttner in den Sinn. Ich habe mich mit ihrer Biographie beschäftigt, ihr Tagebuch gelesen und schnell herausgefunden, dass sie eine sehr beeindruckende Frau war. Sie kämpfte nicht nur für den Frieden, sondern auch für Frauenrechte, Bildung für alle, gegen Antisemitismus und sogar für Tierrechte. Bertha kam, da mit 29 immer noch unverheiratet, zu den Suttners, um dort als Gouvernante zu arbeiten und verliebte sich in den jüngsten Sohn. Ein Skandal! Sie wurde entlassen und nach Paris geschickt. Dort lernte sie Alfred Nobel, den Erfinder des Dynamits, kennen. Es entstand eine enge Freundschaft, die das ganze Leben andauerte. Bertha konnte aber Arthur Suttner nicht vergessen, heiratete in heimlich und floh – da verstoßen von seiner adeligen Familie – in den Kaukasus. Dort lebten sie viele Jahre und lernten Armut, Hunger und Krieg am eigenen Leib kennen. Im Kaukasus begann Bertha zu schreiben. Ihr Roman „Die Waffen nieder“ wurde in über 20 Sprachen übersetzt. 1905 erhielt Bertha schließlich als erste Frau den Friedensnobelpreis für dieses Buch.

Woher nehmen Sie Ihre Inspirationen für die historischen Settings Ihrer Romane?

Die Ideen bringt das Leben. Ich spreche gerne mit Menschen, vor allem mit älteren Leuten. Sie haben viel zu erzählen und kaum jemand hört ihnen zu. Ich nehme mir die Zeit. So entstehen meine Ideen und ich bastle daraus Romane. Das macht Spaß!

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Ich habe schon immer gerne geschrieben: Geschichten für meine Schulkinder, Tagebuch, Gedichte in jungen Jahren. Als meine Großmutter im Jahr 2000 starb, schrieb ich ihre Geschichte auf. Das waren meine ersten Schreibversuche. In Schweden lernte ich dann Nachfahren aus Ostpreußen kennen, die mir ihre spannende Fluchtgeschichte erzählten. Da schrieb ich „Das Bernsteincollier“, schickte es an eine Agentur und siehe da ... es wurde angenommen und 2018 bei LÜBBE veröffentlicht.

Sind Sie hauptberuflich Autorin?

Nein, leider reichen die Einnahmen dafür nicht aus. Pro verkauftem Buch erhalte ich zwischen 50 Cent und einem Euro. Da muss es schon ein Bestseller sein, um davon leben zu können. Aber ich liebe auch meinen Brotberuf. Ich bin mit Herz und Seele Lehrerin für hörbeeinträchtigte Kinder am Landesschulzentrum für Hör- und Sehbildung.

Ist das Schreiben für Sie eine Berufung? Was ist für Sie das Besondere am Schreiben?

Schreiben ist mein liebstes Hobby. Wenn ich an einem Roman arbeite, tauche ich in eine andere Welt, eine andere Zeit ab. Ich kann meiner Fantasie freien Lauf lassen. Besonders das Recherchieren macht viel Spaß. Ich schreibe hauptsächlich historische Romane.

Was machen Sie abseits Ihres Berufslebens bzw. des Schreibens gerne – was sind Ihre Hobbies? Welche Erfahrungen haben Sie geprägt?

Ich bin sehr gerne draußen in der Natur. Wenn ich laufe, wandere oder mit dem Rad durch die Landschaft fahre, kommen mir viele Ideen für meine Romane. Mein Vater war ein Kriegskind – er wurde 1936 in ärmlichen Verhältnissen in Südkärnten geboren und hat mir immer von seiner Kindheit erzählt. Das hat mich sehr geprägt und das Interesse für Geschichte und historische Erzählungen bei mir geweckt.

Was macht die Leondingerinnen und Leondinger so besonders?

Ich habe viele Freunde und nette Nachbarn aus Leonding. Die Leondinger:innen, die ich kenne, sind sehr weltoffene, interessierte Leute. Man trifft sich auf dem Bauernmarkt, im Kaffeehaus oder beim Wandern durch den Wald.

Warum ist es hier so lebenswert?

Leonding hat für mich Dorfcharakter in Stadtnähe. Das ist perfekt. Man hat das Beste aus beiden Welten, Natur, den Kürnberg Wald, nette Nachbarn und die Stadt Linz in greifbarer Nähe, wenn es mal etwas mehr Großstadt sein darf. Ich lebe sehr gerne hier.

Wir gratulieren Eva Grübl ganz herzlich zu ihrer Auszeichnung!

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