Der Igel braucht unsere Hilfe!

Verwaiste, verwundete und ausgehungerte Igel aufzupäppeln, damit sie wohlgenährt wieder in die Freiheit entlassen werden können – das hat sich der Verein Stadtigel zur Aufgabe gemacht. Die Leondingerin Sabine Mayhofer hat den Verein gegründet, um den stacheligen Wildtieren zu helfen und um auf deren bedrohten Lebensraum aufmerksam zu machen. Im Gespräch erklärt sie, wie wir den Tieren und dem Verein helfen können.

Foto: Sabine Mayhofer
Foto: Thomas Smetana
Foto: Sabine Mayhofer
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Foto: Sabine Mayhofer

Mayhofer ist Mutter von zwei Kindern und lebt mit ihrem Lebensgefährten und im Schnitt zehn bis 20 Igeln im Zaubertal. Neben ihrem Vollzeitberuf als Unternehmensberaterin, Supervisorin und Psychotherapeutin hat sie vor ein paar Jahren den Verein Stadtigel ins Leben gerufen. Ihre Freizeit widmet sie fast ausschließlich diesem Herzensprojekt. Der innere Kern des Vereins umfasst lediglich acht Personen, wobei sich neben den Vereinsmitgliedern sehr viele freiwillige Helferinnen und Helfer gefunden haben, die Igel bei sich zuhause aufnehmen und diese aufpäppeln. Aufgrund dieser Tätigkeit werden diese wichtigen Personen von Mayhofer „Päppler“ genannt.

Begrenzte Möglichkeiten

„Neben begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen erschwert uns zusätzlich eine veraltete Wildtierverordnung unsere Arbeit“, erklärt die 55-Jährige. Außerdem spricht sie über das Problem, dass sich für die stacheligen Freunde niemand interessiert beziehungsweise zuständig fühlt.

Über 800 Igel hat der Verein Stadtigel mithilfe der Päpplerinnen und Päppler letztes Jahr behandelt – Tendenz steigend. „Wir brauchen die Päpplerinnen und Päppler wie ein Stück Brot, jedoch haben wir momentan keine freien Ressourcen die freiwilligen Helferinnen und Helfer einzuschulen. Jedem Neuzugang müssen wir mindestens eine Stunde erklären, wie alles funktioniert. Ist die Person dann trotz des erschreckend hohen Aufwands tatsächlich dazu bereit, uns zu unterstützen, benötigt sie – berechtigterweise – in den ersten Wochen bestimmt einige Male unsere telefonische Hilfeleistung. Für das fehlt uns momentan aber einfach die Zeit!“, stellt die Leondingerin frustriert fest. Zu betonen ist, dass die Igelretterinnen und -retter alles aus ihrer eigenen Tasche oder durch Spenden finanzieren.

Was ist zu tun, wenn ich einen Igel im Garten finde?

Ist der Igel nachts unterwegs, herrscht grundsätzlich kein Grund zur Sorge. Werden sie untertags gesichtet, benötigen sie zumeist Hilfe. Je nach Jahreszeit gibt es für das Mindestgewicht unterschiedliche Richtwerte, unter denen die Igel nicht alleine durchkommen können. Momentan gilt, dass ein Jungtier mindestens 400 g auf die Waage bringen muss, damit er in freier Wildbahn eine Überlebenschance hat. Diese Werte können sich übrigens von Jahr zu Jahr ändern und sind nicht allgemein gültig. Ältere Igel sind natürlich schon etwas schwerer, können allerdings genauso hilfsbedürftig sein. Hierbei muss auf die Form des Tiers geachtet werden. Gleicht der Igel eher einer Melone ist alles in Ordnung. Hat er jedoch die Form einer Banane, ist schmal und hat eine eingefallene Mulde am Hinterkopf, ein sogenannter Hungerknick, so ist dies ein eindeutiges Merkmal für Unterernährung und Dehydration. Weißer Pilzbefall, Fliegeneier oder Schnittstellen sind ebenfalls Anzeichen für benötigte Hilfe.

Findet man einen solchen Igel soll man unbedingt eine Expertin oder einen Experten aufsuchen. Igel sind sehr spezielle Wildtiere, welche professionelle Hilfe benötigen, die sie zum Beispiel beim Verein Stadtigel oder auch in Tierheimen bekommen. Ist der verwundete oder ausgehungerte Igel erstversorgt, kann er gerne selbst zuhause aufgepäppelt werden. Hier gibt Mayhofer den Rat, auf teures Igelfutter zu verzichten. „Gutes Trockenfutter für Katzen mit wenig Getreide und viel Fleisch ist für den Igel perfekt geeignet. Spezielles Igelfutter ist sehr teuer und oftmals gar nicht an den Bedürfnissen der Tiere ausgerichtet!“, betont die Igel-Mama.

Wie sieht ein igelfreundlicher Garten aus?

Wer den Igeln ihren Lebensraum verschönern möchte, kann folgende Punkte im Garten beachten:

  • Je unordentlicher desto besser: Igel lieben Laub- und Scheiterhaufen sowie verwilderte Hecken, da sie hier Futter finden. Was wir als unordentlich empfinden, ist für die Wildtiere ein wahres Paradies.
  • Pools abdecken: Pools ohne Abdeckung bedeuten für viele Tiere häufig den Tod. Bei Teichanlagen können zum Beispiel Ausstiegshilfen angebracht werden.
  • Selten Rasen mähen: Ein perfekt gepflegter Rasen minimiert das Futterangebot für die Igel.
  • Igeldurchgänge bei Zäunen: Zäune, bei denen der Igel unten durch kann beziehungsweise kleine Löcher im Zaun, wo er hindurchschlupfen kann, bieten den Igeln bessere Zufluchtsmöglichkeiten und somit eine erhöhte Überlebenschance.
  • Wasserschalen bereitstellen: Oft sind die Tiere völlig dehydriert, da sie kein Wasser finden.

Ein Gradmesser für die Verfassung unserer Umwelt

„Für mich ist der Igel ein Index, der zeigt, wie es derzeit um unsere Natur steht. Geht es dem Igel schlecht, geht es auch der Natur schlecht. Nachdem der Igel mittlerweile vom Aussterben bedroht ist, sollten wir das definitiv als Weckruf sehen!“, zeigt sich Mayhofer besorgt.

In diesem Sinne möchten wir uns bei Mayhofer für ihr unentgeltliches Engagement bedanken und an alle Leondingerinnen und Leondinger appellieren, den Weckruf der Igel nicht zu verschlafen!

 

Quelle: Interview mit Sabine Mayhofer

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