Das Frauenhaus Linz – eine Zufluchtsstätte für Frauen und Kinder

Wusstest du, dass Gewalt an Frauen weltweit zu den häufigsten Menschenrechtsverletzungen zählt? Umso wichtiger ist es, dass es einen Ort gibt, wo Betroffene Schutz und Sicherheit finden. Das Frauenhaus Linz bietet bedrohten Frauen und ihren Kindern ein sicheres Dach über dem Kopf und psychosoziale Beratung. Mehr über das Angebot, verrät uns die Vorstandsvorsitzende Sandra Promberger.

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Noch bis 10. Dezember geht die Kampagne „Orange The World“, bei der ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt wird. 16 Tage lang werden weltweit zahlreiche Gebäude in Orange beleuchtet. „Ich finde es unheimlich wichtig, dass es Kampagnen gibt, die Aufmerksamkeit auf das Thema lenken. Ob ‚Orange the World‘ oder eine TV-Sensibilisierungskampagne – wir benötigen jegliche Medien und Mittel, um eine klare gesellschaftliche Haltung zu zeigen. Es darf keinen Funken Toleranz für Gewalt geben, deshalb brauchen wir das zivilgesellschaftliche Zusammenhelfen zum Schutz für Frauen und Kinder!“, betont Promberger die Wichtigkeit von „Orange the World“ und anderen Aktionen.

Wieso ehrenamtlich helfen?

„Ich kann Ungerechtigkeit nicht leiden! Ich wünsche mir ein gutes Leben für alle Menschen und will mein Bestmögliches dazu beitragen, die Rahmenbedingungen dafür zu gestalten. Solidarität gehört gelebt – im Großen wie im Kleinen. Das macht meiner Meinung nach glücklich“, erklärt die Vorstandsvorsitzende des Vereins Frauenhaus Linz. Seit März übt Promberger diese ehrenamtliche Tätigkeit nun neben ihrem erlernten Beruf als IT-Technikerin bei Rosenbauer in Leonding aus. In ihr Aufgabengebiet fallen beispielsweise die Repräsentation, Vertretung und Vernetzung des Vereins sowie vereinspolitische Arbeiten.

Ein Blick ins Linzer Frauenhaus

Lange mussten Aktivistinnen dafür kämpfen: Durch die immer lauter werdenden Forderungen nach einer Schutzeinrichtung für von Gewalt betroffene Frauen und deren Kinder war es 1982 endlich soweit und das erste Linzer Frauenhaus wurde eröffnet. „Von Beginn an setzte sich der Verein für gesellschaftspolitische Themen wie zum Beispiel die Gleichstellung von Frauen und Männern sowie für den Ausbau der Kinderbetreuungszeiten ein. Wir sind Teil der autonomen österreichischen Frauenhäuser (AÖF), parteiunabhängig und von Frauen für Frauen und ihre Kinder geführt“, so die 30-Jährige. Durch einen Zubau im Jahr 2016 wurden die Kapazitäten auf 17 unterschiedlich große Wohneinheiten erhöht. Damit ist das Linzer Frauenhaus das größte in Oberösterreich. Rund 20 Mitarbeiterinnen sorgen sich mit großem Engagement um Betroffene aus Linz, Linz-Land und dem Mühlviertel.

Für Frauen und ihre Kinder!

Das Betreuungsangebot richtet sich nicht nur an Frauen, sondern auch an ihre Kinder. Jede Frau, unabhängig ihrer Konfession und Nationalität, ihres Aufenthaltsstatus und Alters, findet im Frauenhaus Linz einen Platz hinter schützenden Wänden. Das Angebot schließt durch die Barrierefreiheit im Haus auch Menschen mit Beeinträchtigung ein. Die Möglichkeit einer muttersprachlichen Beratung soll noch die letzten Hindernisse aus dem Weg räumen.

Das Frauenhaus Linz rettet Leben!

„Wir bieten Schutz und Sicherheit für Frauen mit und ohne Kinder. Bei uns können sie endlich zur Ruhe kommen und müssen keine Angst mehr haben. Dadurch können sie wieder Selbstvertrauen gewinnen und neue Perspektiven entwickeln! Gewalt gegen Frauen ist Teil unserer gesellschaftlichen Realität. Solange es keine volle Gleichstellung der Geschlechter gibt und patriarchale Strukturen nicht gebrochen werden, werden wir Frauenhäuser brauchen!“, verdeutlicht Promberger die fortwährende Notwendigkeit solcher Einrichtungen.

Hilfe zur Selbsthilfe

Konkret wird neben einem wärmenden Bett auch Unterstützung in vielerlei Bereichen angeboten. Sei es die Begleitung zu Ämtern und Behörden oder Hilfe bei der Arbeits- und Wohnungssuche, jede Frau wird im Linzer Frauenhaus zu einem selbstbestimmten Leben begleitet. Auch Frauen, die nicht im Haus wohnen, können die zahlreichen Beratungsleistungen in Anspruch nehmen. „Von Jänner bis jetzt haben wir bereits 1200 ambulante Beratungen durchgeführt und die durchschnittliche Aufenthaltsdauer hat sich mit Pandemiebeginn von zwei auf drei Monate verlängert“, zeigt sie den Bedarf auf. Kein Wunder, dass die Kapazitätsgrenzen in Linz und auch im restlichen Oberösterreich schon mehrfach erreicht wurden. Deshalb fordert Promberger den Ausbau der Frauenhäuser!

Momente des Erfolgs

„Ich habe mich vergangene Woche sehr gefreut, als eine Klientin im Frauencafé erzählt hat, wie viel sie seit ihrem Aufenthalt im Frauenhaus über ihre Möglichkeiten und Rechte erfahren hat. Hier wird verdeutlicht, wie wichtig die Arbeit unserer Sozialarbeiterinnen und Pädagoginnen für Betroffene und ihre Kinder ist. Es braucht überall auf der Welt Frauenhäuser wie unseres. Dieser unmittelbare Beitrag zur Verbesserung von Lebensrealitäten ist etwas, worauf ich sehr stolz bin!“, betont Promberger abschließend.

Mehr Infos

Von Gewalt betroffene Frauen können sich bei der rund um die Uhr besetzten Notrufhotline unter 0732 60 67 00 melden. Krisenaufnahmen ins Frauenhaus sind zu jeder Tageszeit möglich! Mehr Infos findest du auf der Website des Linzer Frauenhauses.

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